Start review
review PDF Drucken E-Mail

Sonic Seducer (December 2010)

Nin Kuji "Sayonara" (Le Petit Machiniste/Ant-Zen)
Der Düsseldorfer Autoaggressive Industrial Act lässt endlich wieder von sich hören, erstmals im Katalog des Qualitätslabels Ant-Zen - eine überfällige Bestätigung des Talents, mit dem Nin Kuji seit 2001 seinen Weg geht. Was auf "Sayonara" im Vergleich zu bisherigen Releases wie "No Way Out" oder "Hypocritical?" sofort auffällt, ist der reinere und hochwertige Sound, der weniger auf Brechstange aus ist, sondern Platz lässt für japanische Athmos und ausgetüftelte Beatwechsel. Hypnotische Rhythmen mit Ambient- und Tribal-Nuancen übernehmen das Ruder, der typischen Sampleflut kommt dies sogar sehr entgegen. In der Equipmentliste sieht man, dass der Soundfreak noch mehr aus seinem Potenzial abrufen kann. Eine Entwicklung, die die Noiselectro-Genregemeinde auch in Zukunft verfolgen und genießen sollte. (Francois Duchateau)

website


Vitaly Weekly (December 2010)

At first, I thought next project was Japanese, due to the name Nin Kuji, but no! – This is a pure german project. Behind the project, you find the sound artist Norman Piske, who began his explorations as Nin Kuji in the harsh fields of noise and power electronics but over the years has moved towards more rhythm-oriented textures culminating with his new release titled “Sayonara”. Still the composer has a foot in the mosh pit with pretty abrasive moments of power noise drawing attentions towards artists such as Converter and MS Gentur thanks to Nin Kuji’s ability of mixing harsh structures with catchy clubbish elements. Other times the album walks into territories of electropop and sometimes towards tribal electronics reminiscent of legendary Muslimgauze. Thus an album that offers a wide span of styles but still manages to stay as one whole and intense piece of experimental electronics. (NM)


Amazon | customer-comment

Zwar sind mir Power-Noise-Songs durch Clubbesuche nicht ganz unbekannt gewesen, doch ist der Funke nie wirklich übergesprungen - bis auf eine Handvoll Tracks von Xotox und ähnlichen Interpreten war mir die Faszination dieses sehr uneingängigen Genres immer verwehrt gewesen. Es war daher eigentlich reiner Zufall, dass ich durch einen Online-Testbericht auf Nin Kuji aufmerksam geworden bin. Ein paar Song-Snippets auf der Bandhomepage später habe ich das Album auch schon bestellt gehabt.

Mangels Kenntnis des Genres kann ich leider nicht viele Vergleiche anstellen, aber was Nin Kuji mit Sayonara abliefert, ist eine wirklich großartige Mischung aus treibendem Power Noise und atmosphärischem Ambient. Die (naheliegende) japanische Stimmung ist zwar da, jedoch nie wirklich aufdringlich oder gar störend.

Alles in allem bin ich sehr froh, das Album gekauft zu haben. Sayonara ist keine Ansammlung flacher Club-Stampfer, sondern ein stimmungsvolles Gesamtwerk zwischen den Extrempolen verzerrter Drums und ruhiger Atmosphärenklänge - hoffentlich finde ich noch ein paar Interpreten in dieser Richtung!

(5/5 Stars)


MachinistMusic.net
(funny translation by google-translator. original-text in russian language)

NIN KUJI Projekt wurde Ende 2001 gegründet. Nach der Freilassung mehrerer Samisdat CD-R Musik-Gruppe zog die Aufmerksamkeit der DJs in Deutschland, Japan und den Vereinigten Staaten seit 2005, begann sie mit dem Independent-Label Le Petit Machiniste zusammenzuarbeiten. Seitdem hat sich der Stil geändert und Musiker aus dem Lärm, Leistungselektronik und dark electro in Richtung der Kraft rhythmischen Lärm, Stammes-, Ritual dark ambient und experimental electronica entwickelt. Das Album "Sayonara", in ein Bündnis mit dem deutschen Label Ant-Zen veröffentlicht, wird Ihnen eine umfassende Vorstellung davon, was ein Projekt NIN KUJI heute. Programm beginnt mit dem Slogan "Sayonara" und grimmiger Zwei-Minuten-Ambient-Intro mit den Klängen von einem Remote-Bekämpfung Metallfässer und progressive dronovskim Rumpeln, die sich reibungslos fließt in drayvovy Stammes rhythmischen Lärm industrielle Leistung "Sleepless [Throbbing Silence]" mit monotonen arabischen Gebet sangen, Angst Zerschlagung Tastatur , schöne Melodien Synthie und massive harte Bits, die leicht ukachat Publikum auf der Tanzfläche kann. Ich denke, nach der Lektüre dieses luxuriös gemacht und frisch klingende Titel Interesse an der Musik NIN KUJI deutlich erhöhen durch selbst die härtesten Skeptiker und Snobs, nicht zhaluyuschih mächtig Ambient-Techno-Industrie. Das rhythmische Geräusch des Vektors in der Gruppe ist primär, und in allen die Kraft und die Vielfalt der sauberen und distortirovannyh Ansätze in der Follow-up-Album-Tracks vorgestellt, aber die Musiker nicht über die atmosphärische Details, wie Umgebungstemperatur dicken Substrat, Lieder, Stimme und Feldproben, in die geheimnisvolle Melodie etnozvuki geschoben vergessen und Brummschleifen. Doch er deutlich vermieden im Klang pereguzok und unbequem Angriffe auf die Ohren, trotz der Tatsache, dass häufig verwendet Verzerrung und schweren Beats. Daher diese aufregenden Songs wie "Disrupted Skies", "Daichi no Musuko / Atatori Musuko", "Traditions Keeper [Short]", "Tamashii", "Theater [Stages]", etc. haben nicht nur ein gutes Potenzial für den Verein, aber auch in einer anderen Umgebung zu hören. Einige von ihnen sind mit authentischen Messing Arabisch oder Japanisch Saiteninstrumente Parteien eingerichtet, sowie ekstatischen Schlagzeug gehackt. Tehnoidnost aggressiv, intensiv industriality gut in die Musik des Schamanismus, Folk exotisch, tief und intelligenten Ansatz ausgeglichen. Schön und anmutig Melodien auf dem Album ist neben der grassierenden und wilden Rhythmen. Album NIN KUJI empfohlen obligatorischen hören alle Fans von This Morn 'Omina, Exocet, Monolith, Muslimgauze und lit. Acht Jahre für einen Musiker zu machen und bringen das Album "Sayonara" Geist. Als Ergebnis haben wir eines der besten Leistung rhythmischen Lärm veröffentlicht im Jahr 2010 mit seiner Lebensfreude und fantastische Stammes-Laufwerk.

(9/10 Points)

website


bodystyler electrozine (November 2010)

Nin Kuji - „Sayonara“

Das Ant-Zen als Garant für qualitativ hochwertige Musik steht, würde ich ebenso wenig zu den Geheimnissen der Menschheit zählen, wie den Umstand, dass die dort vertretenen Acts zumeist abseits stilistisch ausgetretener Pfade agieren. In dieser Hinsicht weiß auch Nin Kuji nicht zu überraschen. Umso überraschender aber ist, wie Norman P., Klangdesigner hinter dem Industrial-Projekt, es auf „Sayonara“ immer wieder schafft, den Hörer in ein paralleles Elektroniversum zu befördern und dabei sämtliche musikalische Orientierungspunkte außen vor lässt. Wir wissen nichts, wir haben nichts je zuvor gehört, alles beginnt mit dem Druck auf die Play Taste! Ausgeglichen und feinfühlig, doch zugleich hart und bedrohlich, umhüllt von sphärischen Flächen und angetrieben von Bässen und Drums, nimmt uns das Album mit auf eine Reise in die Tiefen der klanglichen Vielfalt. Sayonara! Anspieltipp: „Tamashii“ (Frank Bentert)

(6/6 Points)

website

Interview:

Trotz erschwerter Recherchebedingungen haben wir es geschafft, das kauzige Master-Mind des Elektro-Projekts NIN KUJI aufzuspüren und ihn im Tausch gegen eine Wagenladung Nori-Algen, 3 Fässer Sake und 2 Bonsaibäumchen aus dem Redaktionsbestand dazu zu bewegen, in eine fesselnde Frage-Antwort-Runde zu den Themen „Wer bin ich?“, „Was mache ich?“ und „Wieso kennt mich Lord Facebook nicht?“ einzusteigen.

Wusstest Du, dass im Internet so gut wie nichts über Dich als Person zu finden ist? Das macht ein Interview natürlich schwierig. Da Du also scheinbar lieber unerkannt bleibst, stellt sich die Frage, worüber wir sprechen wollen. Wetter? Usbekische Außenpolitik? Oder lieber über die Sonderangebote der nächsten Woche bei Netto?
Nin Kuji: Wie wundervoll, dann hat Lord Facebook mich nun vielleicht als nicht existierenden Menschen eingestuft. Aber das kann ich verdauen. Ich muss nicht unbedingt unerkannt bleiben, ich bin nur sehr kauzig und weltfremd. Deswegen kann ich wohl auch schlecht zu Politik und Sonderangeboten antworten. Da Du meinen aktuellen Tonträger gehört hast, bestätigt sich das ja auch nur: Gesellschaftskritik und Politik bleiben auch da weitestgehend außen vor, so wie große Teile des gesamten Hier und Jetzt.
BODYSTYLER: Kauzige und weltfremde sind also unpolitisch? Hm, ich dachte, das wäre Einstellungsvorrausetzung in der Politik. Okay dann fangen wir vielleicht doch mit ’nem "Klassiker" an, der Namensfrage.
Da ich genau so gut Japanisch spreche, wie Dick Cheney schießt, erklär mir doch bitte mal, was Nin Kuji eigentlich bedeutet. Hat es einen tieferen Sinn oder ist es am Ende nur der Name einer Damenbinden-Marke, die Dir nach einem Besuch im Land der aufgehenden Sonne im Gedächtnis geblieben ist?
Nin Kuji: Da nutze ich doch mal die Gelegenheit und frage mich, ob Interviewer diese Frage ebenso ungern stellen wie Musiker sie beantworten?
BODYSTYLER: Also ich bring die immer wieder gern, das lockert die Stimmung.
Nin Kuji: Vielleicht wäre es smarter zu sagen, dass es nichts bedeutet und nur lustig klingt. Aber das wäre kein höfliches Signal. Ich übersetze mal die Elemente: Nin bedeutet neben vielen anderen Interpretationen `versteckt´ oder `geheim´. Kuji ist die magische Zahl neun. Darüber hinaus fällt es mir schwer, diesbezügliche Emotionen in Erklärungen zu wandeln. Es sei aber so viel gesagt, dass mir der Künstlername als motivierendes Leitbild dient. Der japanische Kontext ist bei mir nicht unbedingt so verwurzelt wie z. B. bei Mono no Aware, wo wirklich ein fundiertes Wissen und eine Verbundenheit zu Japan dahinter stehen. Ich habe als Kind und junger Jugendlicher gerne Sachbücher sowie Bildbände über das moderne und feudale Japan durchgesehen und damals eine gewisse Faszination für dessen Ästhetik, Kultur und Mythologie entwickelt. Heute nutze ich davon einige Fragmente, um auch meiner Musik und dem zugehörigen Mikrokosmos eine ansprechende Wirkung zu verpassen.
BODYSTYLER: Und wieder was gelernt, spitze! Da das mit uns jetzt so gut läuft, fummle ich gleich die nächste Frage aus meiner 0815-Interviewbox: Woher bekommst Du Deine Inspiration für neue Tracks? Schaust Du regelmäßig Takeshi's Castle oder lieber Mila Superstar?
Nin Kuji: Das eher nicht. Ich hatte jetzt seit zehn Jahren keinen Fernseh-Anschluss. Und jetzt, da einer da ist, hat sich meine Haltung zu unproduktiven, Zeit fressenden Tätigkeiten wie TV oder unnötige Social-Network-Aktivitäten nicht geändert. Ich komme schon so zu selten zum Musizieren - das war auch mal anders… Wie viele unkommerzielle Musiker beziehe ich meine Inspiration aus persönlichen Erfahrungen. Da mein Geist irgendeinen undefinierbaren Schaden hat, gibt es oft genug Gedankengänge, die verarbeitet werden wollen. Einige bilde ich dann über das Ventil Musik ab. Früher waren zwischenmenschliche Beziehungen viel häufiger mein Thema als heute, doch die damit zusammenhängende Aggression ist mir glücklicherweise derzeitig nicht so präsent und ich kann mich inhaltlich anderen, größer dimensionierten Bereichen zuwenden.
BODYSTYLER: Apropos persönliche Erfahrungen: Sicher ist Dir bekannt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist und immer alle Eindrücke bewusst oder unbewusst irgendwo, irgendwie einordnet. Ich persönlich nehme mich da nicht aus, war aber nach der ersten Runde Sayonara doch etwas durch den Wind, da mein Hirn mit der stilistischen Zuordnung zugegebener Maßen irgendwie überfordert war. Letzten Endes entschied ich mich der Einfachheit halber dafür, Dir eine neue Schublade zu geben, wir von den Medien können und dürfen das ja. Also, halt Dich fest ... Lounge-Industrial oder Industrial-Lounge! Aus letzterem könnten wir doch sicher auch 'ne super Franchise-Kette machen! Was hältste davon?
Nin Kuji: Du stellst das Startkapital und ich denke mir schon mal ein liebloses Corporate Design aus. Dann läuft das schon mit der Lounge!
BODYSTYLER: Ja super, genau so habe ich mir das gedacht ... bist ’n fairer Kollege!
Nin Kuji: Mach Dir keinen Kopf, um die Schwierigkeiten mit der Schublade, ich bin da auch oft überfordert. Vermutlich ist die Platte ein Bastard vielfältiger Einflüsse, weit über Rhythm n Noise hinaus. Vielleicht mag man mir noch nachsagen, dass ich mich wohl stilistisch nicht entscheiden konnte, aber für mich fühlt sich die Musik in dieser Kombination richtig und gut an. Sie ist auf mich zugeschnitten, sie ist persönlich – unabhängig vom Musikstil. Die Antwort bleibe ich Dir wohl schuldig.
BODYSTYLER: Toll, ich werd aber nach Antworten bezahlt... Hah! Wie wir ja alle wissen, ist Sayonara mit Abschied gleich zu setzen. Eventuell kommt der nachdenkliche Fan mit erscheinen des Albums ins Grübeln und fragt sich, ob es das jetzt war und zukünftig von Deiner Seite nichts mehr kommt. Ist dem so? Oder habe ich die geheime Botschaft nicht wahrgenommen, die uns alle dazu animieren soll, nach dem Hören der Platte Harakiri zu begehen?
Nin Kuji: Das ist wohl eher eine Seppuku-Platte.
BODYSTYLER: ...ah ja..., Klugscheißer!
Nin Kuji: Wenn schon, dann mit Würde! Aber zum Suizid möchte ich ganz sicher nicht auffordern. Ich hoffe nicht, dass die Sayonara mein letzter Output ist. Es kann natürlich wieder dauern, denn für mich ist ein Release mit echter Daseinsberechtigung schöner als einer ohne diese. Und dieser Anspruch will erst erfüllt sein. Die Tracks der Sayonara sind mir über die Jahre ans Herz gewachsen und ich verbinde mit ihnen Erinnerungen, damit haben sie für mich an Wert gewonnen. Der Name der Platte hat diverse Hintergründe. Ist es nicht eine amüsante Idee, sein Label-Debut mit einem Wort des Abschieds zu betiteln? Vielleicht… wer weiß das schon?
BODYSTYLER: Ich, aber ich sag’s Dir nicht!
Nin Kuji: Die eigentlichen Gründe: Endlich habe ich diese Songs fixiert und kann gedanklich loslassen. Ich verabschiede mich von den Songs und der zugehörigen Zeit. Das klingt infantil, aber andere Menschen schreiben vergleichbar Tagebuch. Sayonara

website